İzmir ist ein 4 Jahrhundert alter Stammort. İzmir hat mit seiner tiefen Vergangenenheit in der Geschichte, unteranderem auch aufgrund seiner geografischen Lage eine große wirtschaftliche und politische Bedeutung. Deshalb wenden sich die Feinde, die die Türkei zerstören wollen, vor allem anderen dieser historischen, wichtigen Stadt zu. Unsere Feinde besetzten diesen Ort zuerst und zogen dann weiter nach Osten. Die Besetzung von Izmir hat eine tiefe Wunde im Herzen der ganzen Nation verursacht. Alle weinten um Izmir. İzmir wurde zu einem Schlüsselwort, um die Sorgen, Schreie, Entschlossenheit sowie den Glauben der Menschen auszudrücken. Natürlich konnte İzmir, das unter verschiedenen Gesichtspunkten sehr wertvoll ist, nicht in den Händen der Feinde gelassen werden. Und das wurde es auch nicht. (Aus Atatürks Reden und Erklärungen um Jahre 1923) GEHEIMDIENSTAKTIVITÄTEN

Mustafa Kemal Atatürk

Foto Nr. 1: Hauptmann Serafettin İzmir, Leutnant Hamdi Yurteri und Leutnant Ali Rıza Akınci, die am Morgen des 9. September 1922 (von links nach rechts) die Flagge am Regierungsbüro von İzmir hissten. (Ahmet Gürel-Sammlung). Anmerkung des Autors: Bei unseren Recherchen wurde von Ahmet Gürel und anderen Quellen erfahren, dass das obige Foto später aufgenommen wurde. Als Hauptmann Serafettin im Regierungsgebäude die türkischen Flagge hisste, wurde er durch eine Handgranate die neben ihm explodierte verletzt. Er zog  die Flagge, während sein Blut die Bandagen in Blut trank.

Der Veteran Ali Atar aus Beysehir, Einwohner von İzmir Ulubat

Meine lieben Leser, Ihr intensives Interesse an meinen Schriften und die außergewöhnlichen Komplimente, die ich erhalte, ermutigen mich zum Schreiben. Herzlichen Dank. Ich möchte mich auch bei den Mitarbeitern von Gazetenehaber, die es ermöglichen meine Atikel an sie meine lieben Leser zu überbringen und an meinen Herausgeber Serdar, rechtherzlich bedanken.

Auf dem Weg zum Sieg war İzmir, also das Mittelmeer, unser erstes Ziel. Die Geschichte von Izmir und dem 9. September, symbolisieren unsere Befreiung und unseren Sieg von den schmerzhaften Besatzungsjahren. Zusätzlich zum militärischen Sieg habe ich unseren Geheimdienstsieg in unserem vorherigen Artikel beschrieben. Die letzte Verbindung dieser Siege ist die Befreiung von Izmir und das Hissen der türkischen Flagge am Regierungsgebäude. In unserem Artikel werden wir die Helden genauer erzählen, welche diese einzigartige Mission vollbracht haben. Ich hoffe, etwas Licht in die Tiefen des Nationalen Kampfes zu bringen, indem ich Geschichten über einige Ereignisse übermittle, von denen Sie beeindruckt sein werden.

Mustafa Kemal Atatürk und seine Kameraden versuchten, den Unabhängigkeitskrieg mit einem fast nicht vorhandenen Budget zu führen. Diese Situation erzwang die Suche nach ausländischer Hilfe. Unter den Auslandshilfen kommt die wichtigste von den Russen. Die Unterstützung der Russen hinter den Kulissen unterscheidet sich tatsächlich ein wenig von dem, was wir bisher gewusst haben. Sinan Tavukçu erklärt dieses in seinem Artikel wie folgt:

„Es hat sich herausgestellt, dass das Geld, welches als sowjetische Hilfe bekannt ist, tatsächlich Gold waren, welches der Schatzkammer des Emirates Buchara gehörte und von den Bolschewiken zerstört wurde.

Osman Kocaoglu, der erste und letzte Präsident der Republik Buchara, beschrieb den Hilfsvorfall in seinen Aussagen gegenüber dem Journal of Our Recent History im Jahr 1972 wie folgt:

Nach der Gründung der Republik Buchara im Jahr 1920 ging ich als erster Präsident nach Moskau, um mich mit unserem Stellvertreter den verstorbenen Feyzullah Hodja, mit den Führern Sowjetrusslands und mit Lenin zu treffen. Es wurde davon ausgegangen, dass vor einiger Zeit, Mitte Juli, die erste Delegation aus der Türkei, die die nationale Bewegung vertrat, unter dem Vorsitz von Bekir Sami nach Moskau kam und mit Lenin, Chicherin und Karahan über die Bereitstellung von Hilfe verhandelt wurde. Tatsächlich sprach Lenin an dem Tag, an dem wir uns mit ihm im Kremlpalast trafen, über die Türkei, was uns das Gefühl gab, dass unsere momentane Lage ihn bekümmerte.

“ Eine türkische Delegation aus Ankara kam zu uns. Sie beschrieben ihre momentane Situation und baten schnellstens um Hilfe. Was ist Ihre Meinung zu diesem Thema? Fragte er mich. Ich antwortete mit,”ohne zu zögern”.

 Ich fuhr fort, “Natürlich müssen wir helfen. Und es sollte unverzüglich geschehen”. Es war klar, dass sie bereit waren zu helfen aber es hierbei einige Schwierigkeiten gab.

“Es gibt zwei Schwierigkeiten, die uns dazu bringen, über das Thema Hilfe nachzudenken”, und fuhr fort:

“ Erstens haben wir nicht genug Goldmünzen, für die Türken”. Ich unterbrach ihn,

“ Wir haben Goldmünzen!” Sagte ich. “Wir können auch …”

Lenin fuhr mit einem erfreuten Kopfnicken fort:

“ Das zweite ist das Beförderumsproblem. Wir müssen den Türken nicht nur Geld, sondern auch alle Arten von Kriegsmaterial liefernl. Wir brauchen einen Weg, um sie sicher nach Ankara zu liefern! Aufgrund der Lage im Kaukasus sind die Straßen jedoch gesperrt. Es ist nicht bekannt, wann sie geöffnet werden”.

Ich fügte hinzu, dass wir in dieser Angelegenheit der gleichen Meinung sind:

“ Es ist möglich, eine Einigung mit den im Kaukasus gegründeten Republiken zu erzielen. Muslime sind die Mehrheit in dieser Region. Georgier stehen den Muslimen auch wegen ihrer Interessen nahe. Armenier auch”.  Ich sagte auch, “wenn wir zusammen agieren, ist es möglich, einen gemeinsamen Weg zu finden”.

Es war auch notwendig, den Geldbetrag zu bestimmen. Wir sagten, dass die Experten dies bestimmen sollten, und verwiesen es an eine Delegation russischer Experten mit dem Premierminister Feyzullah Hodja, der auch der Außenminister ist. Nach langen Verhandlungen bestimmte diese Delegation die Höhe der Hilfe auf mindestens einhundert Millionen Goldrubel. Wir haben uns wieder mit Lenin getroffen. In unserem diesmaligen Gespräch brachte Lenin das Wort zurück zum Thema Geld und fragte, wie viel wir geben könnten.

– Einhundert Millionen Rubel, sagte ich.

Lenin wiederholte:

– Hundert Millionen?

– Ja … wir können es sofort geben!

Wir hatten viele Goldrubel aus der Zaren Zeit. Die Russen würden dieses Geld in der Buchara-Schatzkammer nicht anfassen. Obwohl Buchara in der Obhut des Zaren war, war die Schatzkammer in administrativen und finanziellen Angelegenheiten unabhängig vom Zaren. Aus diesem Grund hatten wir viel Gold.

Das Buchara-Parlament akzeptierte einstimmig die Hilfe von einhundert Millionen Goldrubel für die Türkei unter Beifall, ohne einen einzigen Einwand zu erheben. Das Gold wurde zur Sicherheit nach Moskau transportiert und den Russen übergeben.

Nur 18.326.800 Goldrubel des von der Regierung von Buchara gesendeten Goldes wurden für drei Jahre in die Türkei geliefert. Usbekisches Gold in Höhe von 81.673.200 Goldrubel, das in die Türkei geschickt werden sollte, wurde von der Lenin-Regierung eindeutig beschlagnahmt.

Während des Unabhängigkeitskrieges kam am 17. Januar 1921 eine Delegation aus der Volksrepublik Buchara nach Ankara, um diplomatische Kontakte zu knüpfen. Die Delegation überreichte Mustafa Kemal einen Koran von Timur und drei mit Gold gravierten Schwerter. Mustafa Kemal war gerührt von den Geschenken, die er geschickt hatte, um dem Sakarya-Sieg zu gratulieren, und hielt die folgende emotionale Rede auf dem Rednerpult des Parlaments:

„Der Koran, den die Menschen in Buchara ihren türkischen und muslimischen Brüdern in der Türkei als Geschenk sandten, und das Schwert, das sie als Zeichen der Wertschätzung und Glückwünsche an die türkische Volksarmee sandten, waren außergewöhnliche und zwei kostbare Erbstücke . Mein Herz erfüllte sich mit Aufregung, als ich diese Relikte entgegennahm. Unser Volk und unsere Armee sind zweifellos sehr dankbar für die Initiative und die Glückwünsche unserer weit entfernten Brüder. Ich erfülle den Wunsch des religiösen Volkes  von Buchara und werde diese Bibel der Nation und den Seyf-i Aziz (Schwert) dem Eroberer von Izmir übergeben. Unsere nationale Armee, die mit der Gnade Gottes die Siege von İnönü und Sakarya errungen hat, wird dieses Schwert hoffentlich bald verdient haben. Ich möchte Ihrer Ehrendelegation im Namen des türkischen Volkes und der türkischen Armee sowie der Regierung der Großen Türkischen Nationalversammlung danken. ” (Hakimiyet-i Milliye, 8. Kanunusani (Januar 1922)

Eines der Schwerter wurde Mustafa Kemal Atatürk übergeben, das andere dem Kommandeur der Westfront İsmet İnönü und das dritte dem Hauptmann Serafettin, dem Divisionskommandeur des 4. Regiments der 4. Kavalleriedivision, der am Morgen des 9. September in Izmir einmarschierte und die türkische Flagge am Regierungsgebäude gehisst hat. Während die Flagge gehisst wurde, standen Leutnant Agah und ein Soldat neben dem Hauptmann Serafettin.

Bis hier ist unsere Geschichte so wie man sie kennt. Wir empfehlen Ihnen hierzu, das Buch mit dem Titel “Drittes Schwert: Die Befreiung von Izmir und Hauptmann Serafettin” zu lesen. Kemal Ari erzählt in diesem Buch mit Dokumenten und Belegen über den Befehlshabers, der die Flagge in Izmir gehisst hat und dem das dritte Schwert zur übergeben wurde.

Lassen Sie uns nun den fehlenden Teil der Geschichte vervollständigen. Wer ist der dritte Soldat auf dem Foto? Der einfache Soldat? Dieser Soldat ist der Veteran Ali Atar aus dem Dorf Sadikhaci im Bezirk Beysehir, in der Provinz Konya.

Zwei unserer angesehenen Lehrer Hasan Karaca und Mehmet Koc haben durch eine Feldstudie wertvolle Informationen zu diesem Thema erhalten. Im Jahr 2000 veröffentlichten sie diese Arbeit als Buch mit dem Titel “The National Struggle Memories of Beysehir’s Veterans”.

Gazi Ali Atar, geboren 1898 im Sadikhaci Dorf Beysehir, ist der Sohn von Osman Efendi.

Ali Atar, der während des Ersten Weltkriegs an den Gallipoli-Kriegen teilnahm kehrte nach dem Krieg in sein Dorf zurück. Er wurde vor dem großen Angriff rekrutiert und als 2. Kavallerieregiment, 4. Kompaniekorporal in Afyon an die Front geschickt und wurde eine kurze Zeit von den Griechen gefangen genommen. Er kämpfte mit dem Feind als Pferdekavallerie an den Fronten Dumlupınar, Eskisehir und Usak und war einer der ersten, der mit einer freiwilligen Kavallerie mit seinem geliebten Hauptmann Serafettin İzmir das Regierungshaus von İzmir betrat. Während des Treffens übermittelte Mehmet Koc ein anderes Thema, das nicht in den Memoiren steht: Ali Atar ist einer der Kavalleristen, die zum Zeitpunkt der Übergabe an den griechischen Oberbefehlshabers Trikupis, anwesend war. Dies bestätigt sich, in den aufgezeichneten Erinnerungen von Kemal Ari über Hauptmann Serafettin.

Ali Atar beschreibt in seinen Memoiren über ihre Ankunft in Izmir und das Hissen der Flagge am Regierungsgebäude wie folgt:

“Wir sind in Nif. (Anmerkung des Autors: Nif ist der heutige Bezirk Kemalpasa.) Unsere Truppe hielt Rast zum ausruhen. Andere Truppen unseres Kavallerieregiments waren ebenfalls dort. Nachdem wir dem Feind in Manisa, Alasehir, Salihli und anderen Fronten gefolgt waren, erhielten wir und unsere Pferde endlich zum ersten Mal eine Pause. Sobald ich anfing einzuschlafen, kam ein Soldat der Truppe zu mir gerannt:

– Steh auf, Korporal Ali! Hauptmann Serafettin will, dass du sofort kommst, sagte er.

Mit großer Aufregung und Neugier rannte ich an den Ort, an dem sich mein Hauptmann befand. Was sehe ich plötzlich? Alle Offiziere und Kommandeure der Kavallerieregimente und ihre dort versammelten Truppen haben sich zu einem Ring versammelt und hörten denen zu, die in der Mitte des Rings saßen. Ich sah mir die Sitzenden genau an. Ich konnte meinen Augen nicht trauen. Es waren Mustafa Kemal Atatürk, İsmet İnönü und Fevzi Pascha. Während ich verwirrt in die Runde sah hörte ich die Stimme von Hauptmann Serafettin der plötzlich neben mir stand und in mein Ohr sprach:

– Korporal Ali, du bist gekommen?

– Ja, Hauptmann, wie sie befahlen!

– Komm mit mir, ich habe dir etwas zu sagen, sagte er.

Ich konnte jedoch Mustafa Kemal, İsmet und Fevzi Pascha in einem ekstatischen Zustand nicht aus den Augen lassen. Besonders die Augen von Mustafa Kemal Atatürk, die hell wie Licht waren, erregten meine Aufmerksamkeit? In der Zwischenzeit entfernten wir uns mit dem Hauptmann ein Stück von der Versammlung. Der Hauptmann, näherte sich mir wieder und sprach mit leiser Stimme:

– Korporal Ali! Sagte er. Ich rappelte mich auf:

– ja, Hauptmann! Sagte ich.

– Wir werden in Izmir unsere Flagge hissen! Sagte er. Ich war überrascht.

– Wähle sofort dreißig Soldaten aus der Kompanie. Natürlich werden sie aus Freiwilligen bestehen. Nach der Auswahl soll jeder Filzstoff an die Hufen der Pferde binden. Nun beeil dich, sei schnell! Ich widersprach und sagte:

– Hauptmann, gibt es keinen anderen unter all diesen Offizieren? Hier sind viele Offiziere. Warum geht kein anderer, und Sie übernehmen immer so schwierige und gefährliche Aufgaben?

Er wurde wütend auf meine Worte, sagte aber nichts. Er war nachdenklich. Nach einer kurzen Weile sprach er weiter:

– Unsere Mütter haben uns für diese Tage geboren. Komm schon, wir müssen gehen. Lass uns die notwendigen Vorbereitungen treffen, sagte er.

Zusammen gingen wir zu unserer Truppe zurück  Er sagte mir, ich solle die Truppe zusammen sammeln. Ich pfiff sofort. Die Truppe versammelte sich. Dreißig mutige Soldaten wurde aus dem Geschwader gewählt. Nach dem Sammeln der auserwählten Soldaten, nahm unser Hauptmann das Wort:

– “Freunde! Wir werden in Izmir eine Flagge hissen. Unser Oberbefehlshaber Mustafa Kemal gab mir diese Aufgabe. Während dieser Aufgabe, kann ich sterben, könnt ihr sterben. Wir haben den Feind seit Afyon verfolgt. Er flieht weiter. Er steckt jetzt fest. Habt keine Angst, sehr bald wird der Sieg unser sein! Mögen unser Blut und unsere Seele für die Heimat halal sein. Wir werden diese uns erteilte heilige Pflicht erfüllen”, sagte er.

Unser Hauptmann war sehr emotional. Wir waren auch aufgeregt. Die sogenannte Todesangst war verflogen.

Wir haben die notwendigen Vorbereitungen getroffen. Wir haben unsere Pferde gefüttert. Endlich war es Abend. Sie gaben uns die Uniformen der griechischen Soldaten. Wir haben die Uniformen angezogen. Wir umwickelten auch die Hufe unserer Pferde mit Filzstoff. Zu angegebenen Zeit, die auf Befehl unseres Hauptmanns beschlossen wurde, zogen wir im Dunkeln der Nacht in Richtung Izmir.

Wir ritten durch Sabuncu Beli. Während wir auf der Mersinli-Straße nach İzmir weiter ritten und an der Tuzluoglu-Fabrik vorbeikamen, waren wir einem heftigen Salvenfeuer ausgesetzt. Wir hatten hier vier Märtyrer, aber konnten uns nicht aufhalten. Wir ritten weiter nach Kordonboyu. Während wir auf Kordonboyu vorrückten, wurden wir von einer britischen Truppe begrüßt.

Wir näherten uns dem Regierungsgebäude. Als wir an einer Menge vorbeikamen, warf plötzlich ein griechischer Bandit eine Handgranate auf uns zu. Die Handgranate prallte auf den Hals des Pferdes unseres Hauptmanns Serafettin und explodierte beim Fall auf den Boden. Das Pferd knickte auf seine Vorderbeine. Hauptmann Serafettin fiel dabei Kopfüber vor das Pferd. Das Pferd des Hauptmann starb sofort. Zum Glück ist dem Hauptmann nichts passiert. Sofort gab ich Hauptmann Serafettin das Pferd, das ich als Ersatz mitgebracht hatte. Er stieg auf das Pferd und wir ritten alle von dort weg.

Als wir vor dem Regierungsgebäude ankamen, sahen wir wie die griechische Flagge am Mast wehte. Kurz darauf befahl Hauptmann Serafettin mir:

– Komm schon, Korporal Ali spring ab!

Ich gab mein Pferd meinem Kameraden neben mir. Blitzschnell zog ich die um meine Taille gewickelte Flagge und rannte zum Hauptmann Serafettin. Wir gingen zusammen zum Balkon des Regierungsgebäude, küssten unsere herrliche Flagge, hissten sie am Mast und begrüßten sie zuletzt. Als die Flagge aufging, war ein Teil des weißen Sterns mit dem Blut der Wunde des Hauptmann Serafettin verschmiert. Als der Hauptmann dies sah, ließ ihn seine Erregung mit der Glückseeligkeit überfluten. Er konnte seinen Tränen nicht zurückhalten, und war sehr berührt und fing an zu weinen. Nach einer Weile sammelte er mich und seine Soldaten zusammen; „Unsere Pflicht ist noch nicht vorbei, Soldaten. Unser Volk erwartet mehr von uns “, und ging die Treppe hinunter. Wir sprangen auf unsere Pferde und ritten mit der großen Geschwindigkeit mit der wir gekommen sind, wieder fort.

Wir verließen gerade Izmir, als ich eine Frau mit einem Wassereimer in der Hand am Strassenrand sah. Ich sprang vom Pferd, sobald ich neben der Frau ankam. Ich war sehr durstig. Mein Mund war trocken, meine Lippen waren zusammengeklebt. Ich klammerte mich an den Wassereimer in der Hand der Frau. Wir zogen beide am Wassereimer. Am Ende hielt ich den Eimer in meiner Hand. Ich trank und füllte meinen Kanister. Als ich fertig war, sprang ich blitzschnell auf das Pferd, das neben mir auf mich wartete. Es waren keine Menschen auf den Straßen und Wegen. Ich ritt schnell in die Richtung, in die wir ritten. Ich wusste nicht, wohin ich reiten sollte.

Als ich mich aufhielt um Wasser zu trinken, war die Truppe längst ausserhalb von Izmir. Als Hauptmann Serafettin mich unter der Truppe nicht sehen konnte fragte er nach mir:

– Wohin ist Korporal Ali gegangen? Meine Kameraden sagten:

– Er war hinter uns. Daraufhin befahl Serafettin sofort einem Soldat, mich zu  suchen. Durch Zufall … Wir sind auf uns zugeritten. Als mein Kamerad mich sah:

– Korporal, wo bist du geblieben? Ich war verdutzt. “Der Hauptmann hat mich beauftragt, dich zu suchen”, sagte er. Ich habe ihm darauf die Situation erklärt.

Nach einer Weile kamen wir an dem Ort an, an dem sich der Hauptmann und unsere Kameraden sich befanden. Sie hatten ihre Pferde in eine Lehmgrube gezogen und warteten auf uns.

Als wir dort ankamen, wurde es etwas heller. Der Morgen brach ein. In der Zwischenzeit fiel mir auf, dass der Schweif des Pferdes voller Blut war. Die Hände des Hauptmanns wurden während des Bombenanschlags in Izmir verletzt.

Hauptmann Serafettin war wütend auf mich, weil ich zurückgeblieben bin, aber sagte nichts. Als er mich sah sagte er:

– Hast du Verbandszeug bei dir? “Verbinde die Wunden an meinen Händen.”

Seine Hände waren tatsächlich mit Blut bedeckt. Bis dahin hatte er nicht gesagt, dass seine Hände verletzt waren. Ich hatte Verbandszeug und Baumwolle in meiner Haubentasche. (Anmerkung des Autors: Die Haube ist ein Militärmantel.) Ich holte sie sofort raus und verband seine Hände. Hauptmann Serafettin war ziemlich ruhig. Nachdem ich seine Wunden verbunden hatte, versammelte er uns wieder um sich:

– Zieht die Hauben aus, sagte er.

Wir haben getan, was er gesagt hat. In der Zwischenzeit wurde ein kleines Feuer gemacht. Der Hauptmann zog Stift und Papier aus der Tasche. Er schrieb einen kurzen Brief und versiegelte diesen. Dann nahm er seine Pistole heraus und steckte zwei Markierungskugeln in seine Pistole. Eine schoss er in Richtung Bornova und die andere in Richtung Menemen. Wenig später kam eine Kavallerie zu uns. Er gab den Brief dem ankommenden Kavalleristen. Nachdem der Soldat den Brief erhalten hatte, ritt er weg.

Als die Griechen sahen, dass an diesem Morgen türkische Flaggen in Izmir aufgehängt wurden, gerieten sie in Panik und wussten nicht, wie ihnen war. Sie flohen aus Izmir. Izmir erlebte am Morgen dieses Tages einen historischen Tag, an dem die Flaggen überall in der Stadt aufgehängt wurden. Wir spürten diese Freude überall. Die Freude des türkischen Volkes in Izmir war unendlich.

Ich möchte Hasan Karaca und Mehmet Koc sowie Mustafa Topbas, dem Dorfleiter des Dorfes Beysehir Sadikhaci, meinen Dank aussprechen, die uns geholfen haben, diese glorreiche Seite unserer Geschichte zu öffnen.

Der geschätzte Forscherautor Ahmet Gürel gab auch Informationen, sowie viele Fotografien aus seiner Sammlung, die besonders im Hinblick auf den Geheimdienst sehr wichtig sind. Während Marschall Gazi Mustafa Kemal am 10. September 1922 in Izmir einmarschierte, benutzte er das Fahrzeug von General Harrington, dem britischen Besatzungskommandeur in Istanbul, das durch unsere riesige Geheimdienstoperation beschlagnahmt wurde. Mit anderen Worten, Großbritannien, das in Istanbul einmarschierte, um die Türken zu zerstören, konnten nicht einmal das Fahrzeug des eigenen Besatzungskommandanten schützen. Dieser einzigartige militärische Sieg, bei dem wir Izmir, mit anderen Worten das Mittelmeer, zurückgewonnen haben, wurde mit einem einzigartigen Geheimdienstsieg gekrönt. Der große Führer Atatürk kam mit dem vom britischen Besatzungskommandanten General Harrington erbeuteten Fahrzeug nach İzmir.

Wir erinnern uns mit Barmherzigkeit und Dankbarkeit, insbesondere an Marschall Gazi Mustafa Kemal Atatürk, unsere Heldenarmee, Märtyrer, Veteranen und an das aufopfernde türkische Volk, welche uns den Sieg unseres Unabhängigkeitskrieges nach Izmir und ins Mittelmeer gebracht hat.

(Für die Übersetzung ins deutsche bedanke ich mich rechtherzlich bei Hülya Turna)

Foto Nr.1: Topkapili Cambaz Mehmet der dem Kommandeur Harrington der britischen Besatzungstruppen, das Auto beschlagnahmt hat und nach İzmir brachte. (Aus dem Ahmet Gürel Archiv.)

Foto Nr.2: Osman Kocaoğlu. Der erste und letzte Präsident der Republik Buchara. Er war der größte finanzielle Unterstützer unseres Nationalen Kampfes. Sein Grab befindet sich in der Grabstätte “Özbekler Tekke” in Üsküdar. „Unsere Brüder und Schwestern unter der Leitung des Präsidenten von Buchara, Osman Kocaoglu, haben das Gold und die Waffen geschickt, von denen angenommen wurde, dass sie von den Russen während des Unabhängigkeitskrieges geschickt wurden. Interessanterweise handelt es sich bei diesen Goldmünzen um die Goldmünzen von Timur Khan, der 1402 Beyazıt Han im Ankara-Krieg besiegte und die Osmanen in die Interregnum-Zeit versetzte. Timurs Gold hat zur Gründung der Republik Türkei beigetragen. “(Quelle: M. Kemal Salli)

Foto Nr. 3: Hauptmann Serafettin Izmir mit seinem Schwert das er geschenkt bekommen hat. Der Held, der in das Regierungsbüro stieg und die türkische Flagge hisste, während seine Wunden bluteten. Der Familienname ‘İzmir’ wurde ihm von Atatürk gegeben. (Aus dem Archiv von Kemal Arı.)

Foto Nr.4: Hauptmann Serafettin, Kommandeur vom Veteranen Ali Atar. (Dieses Foto wurde Ali Atar speziell von Hauptmann Serafettin Bey überreicht) (Quelle: “Erinnerungen an den nationalen Kampf der Veteranen von Beysehir”, Hasan Karaca, Mehmet Koc, 2000)

Foto Nr. 5: (oben) Held von Izmir Hauptmann Serafettin. Hauptmann Serafettin, der Heldenkommandeur einer unserer Kavallerietruppen, der als erster Kommandeur in Izmir einmarschierte. In unserem Kampf um die Befreiung von İzmir unter unseren siegreichen Kontinenten, trat Mürsel Pascha (Mürsel Baku) der Befreiung der Stadt bei und eine Division der zweiten Kavallerie der Brigade kam am 9. September um zehn Uhr in die Stadt. Es ist bekannt, dass İzmir um die Hälfte gerettet wurde und mit unserem herrlichen Halbmond glänzte. Hauptmann Serafettin, der Heldenkommandeur unserer Kavalleriedivision, wurde sowohl vom Oberbefehlshaber als auch von der Großen Nationalversammlung besonders ausgezeichnet, und viele unserer engagierten Koreligionisten gaben wichtige Belohnungen für den ersten Helden, der in Izmir einmarschierte. Während wir Serafettin gratulieren, der von der ganzen Nation dankbar geschätzt wird, präsentieren wir ein Foto von ihm, das wir speziell erhalten haben. (Quelle: Zeitung Ileri, 30. September 1922, S. 1)

Foto Nr. 6 und 7: Links: Das Foto des tapferen Veteranen Korporal Ali Atar, der mit den Worten, „Meine Hände zitterten sehr. Ich war so aufgeregt”, die erste türkische Flagge am Regierungsgebäude in İzmir hisste. Das Foto Links wurde 1945 aufgenommen. (Wir haben das Foto von seiner Tochter erhalten.) Das rechte Foto wurde in den 70er Jahren aufgenommen. (Foto: Orhan-Beysehir) (Quelle: „Erinnerungen an Beysehirs Veteranen des Nationalen Kampfes“, Hasan Karaca, Mehmet Koc, 2000)

Foto Nr. 8: Das Haus des verstorbenen Gazi Ali Atar im Dorf Sadikhaci. (Foto: Hasan Karaca) (Quelle: „Erinnerungen des Beysehirs Veteranen, aus dem Nationalen Kampf“, Hasan Karaca, Mehmet Koç, 2000)

Foto Nr. 9-10: Gazi Ali Atars Grab im Dorf Sadikhaci. (Fotos: Beysehir, Mustafa Topbas, Dorfvorsteher von Sadikhaci 2020)

Bild Nr. 11: Die Zeitung Akşam vom 9. September 1922. “Gott sei gepriesen, wir haben Izmir erreicht.”

Bild Nr. 12: Zeitung Tevhid-i Efkar vom 10. September 1922. In der Überschrift: “Gelobt sei Gott, der Allmächtige. Unsere glorreiche Armee hat gestern Izmir gerettet.”

Bild Nr.13: Die Nachricht der Zeitung Tevhid-i Efkar mit dem Titel “Die Party von Kommandeur Mürsel Pascha” vom 11. September. Text unter dem Bild; “Mürsel Pascha, der Kommandeur unserer Kavallerie, der die Ehre hatte, in Izmir einzumaschieren”. “Ankara, 10. September, Gestern um elf Uhr, schloss sich unser Heldenvers unserem Izmir an. Die ersten Soldaten, die Izmir betreten, ist unsere Kavallerie unter dem Kommando von Mürsel Pascha.”

Bild Nr. 14: Die Rede von Mustafa Kemal Atatürk und Karagöz (im roten Rahmen), veröffentlicht im Humor-Magazin “Karagöz” am 13. September 1922. Die Rede lautet wie folgt:

Karagöz-Gazi Pascha, Führer der Armee und der Nation.

Kemal Atatürk -Zeig uns deine Fähigkeiten Karagöz. Bring sie auf das offene Meer, damit sie das Meer von Izmir nicht beschmutzen.

Karagöz- Danke Pascha, keine Sorge, ich hatte den Haien ein Festschmaus versprochen. Dank dir werde ich mein versprechen erfüllen können.

Foto 15: Unsere Kavallerie betritt die Stadt bei der Befreiung von Izmir. (Aus dem Ahmet Gürel Archiv.)

 

(Dr. Burhanettin Şenli)

 

 

 

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