An diesen Tagen, der Corona-Epidemie in denen wir zu Hause bleiben müssen, trugen soziale Medien für  übermäßige Informationsverschmutzung bei. Ich wollte meine Langeweile lindern und beschloss, über wichtige “Tropfen” der Geschichte zu schreiben, welche relevant und interessant sein könnten. Ich habe immer in meinem Buch “Esme im nationalen Kampf” einen Mangel an Informationen gespürt, welches letztes Jahr veröffentlicht wurde. Das Buch berichtet über den Distrikt-Gouverneur Ahmet Sevki von Esme, der im Nationalen Kampf den Märtyrertod erlitt. Da ich die Dokumente nicht vollständig fand, konnte ich nicht im Detail berichten. Ich erhielt die Informationen, nachdem das Buch veröffentlicht wurde. Trotzallem reichten auch diese Informationen nicht. Durch einen Zufall erreichte ich den Enkelsohn Metin Can. Ich hatte ihm eine Nachricht durch die sozialen Medien gesendet, worauf er sofort geantwortet hat. Er sagte mir etwas was bei mir Gänsehaut verursachte. Herr Metin sagte, er habe mich in seinen Träumen gesehen. Herr Metin gab mir viele neue Dokumente und bat mich um Hilfe: “Die Medaille der Unabhängigkeit”, welche seinem Großvater zusteht und seiner berechtigt ist. Ich versuche immer noch, ein Dokument zu finden um unserem Gouverneur Ahmet Sevki die berechtigte Anerkennung mit der “Medaille der Unabhängigkeit” zu erreichen. Sowohl ihm als auch seiner Familie. Arf
Ich bitte um Hilfe von all unseren Wissenschaftlern, die zu diesem Thema forschen. Wir dürfen nie Vergessen, wer die Enkel der Verräter und wer die der Helden sind.

Foto Nr.1: Metin Can, Enkelsohn des Distrikt Gouverneur Ahmet Sevki 

Kommen wir zu unserer Geschichte: Es wird häufig erwähnt, dass eine der größten strategischen Konsequenzen der Corona-Pandemie in nicht allzu abgesehener Zeit den Bargeldgebrauch durch Kreditkarten und Block-Chain-Technologie ersetzen wird. Ich möchte die schmerzhafte Geschichte des wetberühmten Mathematiker Ord. Prof. Cahit Arf, welcher auf der Rückseite der türkischen 10 TL Banknote zu ersehen ist, hier in diese Geschichte miteinbringen.

Foto Nr.2: Ord. Prof. Dr. Cahit Arf

Diese bittere Geschichte beginnt am 15. Mai 1919 mit einer der dunklen Seiten der türkischen Geschichte, als die Griechen, mit einer bis gestern mit uns verbundenen Minderheit, mit Unterstützung der imperialistischen Staaten in Izmir einmarschierten und mit der Besetzung begangen. Nach der Besetzung von Izmir begann die griechische Armee, ihre Besetzung nach Osten auszubauen und sich in Richtung des Inneren Anatoliens zu bewegen. Der Bezirk Esme, der derzeit mit der Provinz Uşak und dann mit Manisa verbunden wurde, wurde zwischen dem 29. Juni und dem 11. Juli 1920 besetzt. Die zweite Besetzung fand am 5. August 1920 statt. Diese Besetzung, verbunden mit einer großen Gräueltat, hielt bis zum 3. September 1922, als die Türkische Heldenarmee eintraf und die Griechen Buchstäblich davonliefen, an. Tatsächlich war ihre Flucht so dringend, dass die Griechen  bevor sie überhaupt ihre Hühner welche sie in sieben Kesseln gekocht hatten und essen konnten, geflohen sind. Es sollte auch angemerkt werden, dass die Verfolgungsoperation, bis zur heroischen türkischen Armee, dem Großen Angriff und dann bis hin zu den Griechen in Izmir andauerte. Es war die schnellste Operation, die in der Weltgeschichte aufgezeichnet wurde. Natürlich verzeichnete die griechische Armee, die unseren Blitzarmeen entkommen war, die schnellste Flucht in der Geschichte und wurde somit zerstört.
Ein großartiger Sieg, der in unserer Geschichte in goldenen Buchstaben geschrieben wurde und errungen war. Die Türken, von denen behauptet wird, sie seien erledigt, sind die einzige Nation, die unter der Führung des großen Führers Atatürk einen Sieg gegen den Imperialismus errungen hat. (Wie auch nicht zu vergessen, Çanakkale.) Während Esme und Westanatolien besetzt waren, wurden Angriffe nicht nur mit regulären Truppen, sondern auch mit den ausgebildeten Akıncı-Ttuppen gegen den Feind geführt. Am 6. Juli 1921 zogen auch Truppen unter dem Kommando von Dervis Pascha in die Station Esme Elvanlar. Ein griechisches Bataillon wurde im Kampf zerstört. Das große griechische Arsenal, das bereit war, an die Front geschickt zu werden, wurde zerstört. Außerdem wurde eine Brücke zerstört.
Die für die Große Offensive vorbereitete griechische Versorgungsstelle in Elvan wurde stark beschädigt. Wir haben 9 Soldaten verloren und 17 wurden im Kampf verletzt. Bekannte Märtyrer sind Oberleutnant Ali Bey, Abdullah Sergeant und Hasan Corporal. Dervis Pascha (Generalleutnant Ahmet Dervis), Bruder von Märtyrer Ali Bey, einer der Helden des Unabhängigkeitskrieges am 7. Juli 1921, erklärte in einem Brief an seinen Bruder Şükrü Efendi, sein Bruder sei am Vortag des Kampfes gefallen.

Foto Nr.3: Das einzige Foto vom Distrikt Gouverneur Ahmet Sevki was zu finden war (Quelle: Metin Can)

Madanoglu Mustafa, der mit den Griechen kooperierte berichtete den Griechen, dass Dervis Pascha, der die Razzia durchführte, vom Gouverneur des Distrikts Esme Ahmet Sevki Bey, und einigen Bürgern unterstützt wurde. Nach der Razzia kam ein weiteres griechisches Bataillon nach Esme.
Aufgrund einer denunzierung von Madanoğlu Mustafa und seinem Bruder, kamen fünf Tage nach der Besetzung eine weitere griechische Bataillon nach Esme. Mit der denunzierung von Madanoğlu Mustafa und seinem Bruder wurden der  Bezirksgouverneur Şevki, Ömer Efendi Direktor von Alaşehir Eytam (die Waisen), welcher dem nationalem Kampf Beitrag geleistet hat, Molla Mecid von Esme, der Schneiderssohn Mehmet und Schumacher Ali verhaftet.
Die verhafteten Helden des Nationalen Kampfes wurden zu Fuß und unter Folter nach Izmir geschickt. Am 29. Juli 1921 wurden sie nach einer kurzen Anhörung durch das Kriegsgericht des Izmir Efzon Regiments Nr. 2 (Militärgericht) zum Tode verurteilt und durch Erschiessen hingerichtet.
Ahmet Şevki Bey wurde am 2. Juli 1900 zum Bezirksgouverneur des Distrikts Bargiri (Muradiye – Van) ernannt. Während seiner Aufgabe als Bezirksgouverneur hat eine Gruppe der Bevölkerung von Muradiye einen Aufruhr angefangen, in dem er auf glückliche Weise entkommen ist. Wâhrend diesem Attent wurde der Obmann des Militärableger gemartert. Grund für den Aufruhr; sie wollten nicht zum Militär.  Unser Heldenhafter Bezirksgouverneur wurde später von den Griechen gemartert.
Nach seinem Martyrium fungierte Madanoğlu Mustafa, welcher ihn denunziert hatte, bis ans Ende der Besetzung als Bezirksgouverneur. Später wurde Madanoglu in die Liste der Verräter, welche Yüzellikler heißt, eingetragen und ins Exil nach Griechenland verwiesen. Das Drama endet hier noch nicht. Die Griechen, die vom Schmerz der Niederlage der Türken gezeichnet waren, ließen sich nicht mit dem Bezirksgouverneur Ahmet Şevki Bey zufrieden, sondern richteten auch seine Brüder Doktor Nazif Bey und Muallim (Lehrer) İskender Bey, die in seinem Geburtsort und seiner Heimatstadt Xanthi lebten, hin.

Foto Nr.4, 5, 6 und 7: Militärgefängnis in İzmir während der Griechischen Besetzung (Quelle: Metin Can)

Der Gouverneur der Märtyrer, Kievki Bey, heiratete Esrefe nach dem Tod seiner ersten Frau Sadiye und nach ihrem Tod mit Ayse. Von seiner ersten Frau hat er zwei Kinder Namens Mahmut (Ergenekon) und Halide, von seiner zweiten Frau hat er einen Sohn namens Pertev  und von seiner dritten Frau Ayse hat er zwei Kinder mit den Namen Süreyya und Sevki. In den Unterlagen von Kievki steht, dass er Französisch und Griechisch konnte. Die Waisenkinder des Gouverneurs Ahmet Sevki Bey und seiner Witwe Ayse kümmerten sich um die Nationalen Streitkräfte und zogen die Kinder zusammen auf. Ahmed Pertev, der Sohn seiner zweiten verstorbenen Frau Esrefe, wurde von seinem Onkel mütterlicher seits nach Manisa gebracht und von ihm aufgezogen. Ahmed Pertev (Savascıoglu) absolvierte mit Unterstützung  der Kuva-yı Milliye die juristische Fakultät und wurde Staatsanwalt.

Foto Nr. 8: Diplom von Ahmet Pertev (Quelle: Metin Can)

Ayse fand mit ihren beiden Söhnen in ihrer Familie Unterschlupf. Die Kinder Mahmut und Halide, aus der ersten Ehe mit Sadiye , blieben jedoch zurück. Diese Waisen wurden in Dar-ül Eytam untergebracht und mit einem Gehalt der Kuva-yı Milliye versorgt. Später ließen sich diese beiden Kinder in Istanbul nieder. Mahmut Ergenekon fing mit seiner Schulausbildung an der Galatasaray High School an. Nachdem er hier seine Schulausbildung abgeschlossen hatte, begann er seine Karriere als Parlamentsangestellter. Trotz Ironie und schmerzhafter Seite des Schicksals wurde er Beamter im Parlament, wo Cemal Madanoğlu, der Sohn des Mannes, welcher den Märtyrertod seines Vaters verschuldete, der Quotensenator war. Halide heiratete unseren berühmten Mathematikprofessor Cahit Arf. Ihre gemeinsame Tochter namens Fatma ist mit einem amerikanischen Professor verheiratet und lebt derzeit in den USA.

Foto Nr. 9: Foto aus der Jugend von Cahit Arf

Foto Nr. 10: Ehefrau Halide Arf (Quelle:Metin Can)

Cahit Arf starb am 26. Dezember 1997 in seinem Haus in Bebek, Istanbul. Der Architekt des Hasse-Arf-Theorems, der im Alter von 87 Jahren an den Folgen eines Herzinfarkts starb, ist der berühmte Mathematiker Ord. Prof. Prof. DR. Cahit Arf. Er wurde in Istanbul unter den Tränen seiner Verwandten, Studenten und Angehörigen beigesetzt. An der Zeremonie nahmen Arfs Tochter Fatma Arf Oliver, die Enkel Elif, Chadwick, Renin Oliver, İrem Arf und der Schwiegersohn Prof. Dr. DR. Chadwick Oliver, Prof. Dr. Erdal İnönü, Rektor der Universität Istanbul Prof. DR. Bülent Berkarda, ÖDP Partei Präsident Ufuk Uras, İP-Partei Präsident Doğu Perinçek und viele Wissenschaftler und Studenten teil. Die Beerdigung von Cahit Arf wurde nach dem Mittagsgebet in der Levent-Moschee auf dem Zincirlikuyu-Friedhof beigesetzt. Die Überschrift von Hasan Pulurs Artikel in der Milliyet-Zeitung vom 31. Dezember 1997 lautete: “Der Präsident hätte an Arfs Beerdigung teilnehmen müssen”. Ismet Berkan in seiner Kolumne der Zeitung Radikal am 29. Dezember 1997 schrieb den Artikel mit der Überschrift: “Warum hat Cahit Arf keine Schlagzeile gemacht?”. Einige Teilnehmer der Beerdigung klagten mit: “Wo sind die Ältesten des Staates, der Präsident, wo sind sie?”
Doch was ist die Notwendigkeit; Es gab sogar einen Überschuss an Anwesenden während der Zeremonie. Cahit Arf ging auf seine Weise. Als alter Nachbar der Handwerker, als “anonymer Mathematiker der jugendlichen”, als Asim Hoca der “Arbeiter”, als einer der größten Wissenschaftler der Republik Türkei. Nur so eine Beerdigung konnte einen solchen Lehrer wie Cahit Arf würdigen. Einfach, gewöhnlich; Weit entfernt von Knalligkeit, Bando und Mundharmonika … Cahit Hodja war verschwunden, als er lebte. Ordinaryus Prof. Cahit Arf wurde 1910 in Thessaloniki geboren. Cahit Arf ging zusammen mit seinem Vater, der sich als kleines Kind als Telegraphenoffizier dem nationalen Kampf anschloss, zuerst nach İnebolu und dann nach Ankara und dann nach Çukurova. Er wurde an verschiedenen Schulen in Izmir und Paris unterrichtet. Während der Universitätsreform von 1933 wurde er zum außerordentlichen Professor an der Fakultät für Naturwissenschaften der Universität Istanbul ernannt.
Er promovierte in Deutschland. Dort bildete er mit dem berühmten deutschen Mathematiker Hasse das “Hass-Arf-Theorem”. Er wurde 1943 zum Prof. und 1955 zum Ord.Prof befördert. 1963 ging er in den Ruhestand. Er unterrichtete 1 Jahr am Robert College. Später arbeitete er am Princeton Higher Research Institute und an der University of California in den USA. Von 1967 bis 1980 war er als Dozent am METU Mathematics Department tätig und stellte die Theorie so auf,  dass der Begriff in seinem eigenen Namen anerkannt wurde: Arf-Invariante, Arf-Ringe, die ein Genie für Arfa-Verschlüsse darstellen und somit die Fortschritte der Türkei in Mathematik und Naturwissenschaften. Haben wir genug von diesem angesehenen Wissenschaftler geschützt, der 1963 Pionierarbeit bei der Gründung von TÜBİTAK geleistet hat und der sein ganzes Leben lang über diese Institution besorgt war?
Corona-Tage zeigten uns den Wert von Wissenschaft und Wissenschaftlern. Von nun an wird nichts mehr so ​​sein wie zuvor. Der Vorstand steht derzeit auf der Tagesordnung der Wissenschaft in der Republik Türkei. Wir wünschen uns Tage, an denen Wissenschaft geschätzt wird. Ich gedenke respektvoll an alle Angehörigen der Berufe in der Gesundheit und Wissenschaft, die zu unserem Land beigetragen haben. Aber insbesondere in Mustafa Kemal Atatürk. Lassen Sie uns diesen Artikel mit den folgenden Worten unseres Großen Führer Atatürk beenden: „Der wahrste Leitfaden für alles auf der Welt, für die Zivilisation, für das Leben, für den Erfolg ist die Wissenschaft und und nur die Wissenschaft. Die Suche nach Mentoren außerhalb der Wissenschaft ist Unachtsamkeit, Ignoranz und Häresie. ”

(Für die Übersetzung ins deutsche bedanke ich mich rechtherzlich bei Hülya Turna)

 

Dr. Burhanettin Şenli

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